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Predigt von Herrn Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann zur Einweihung des Weihbischof Guballa Hauses

Wenige Tage nach Weihnachten
Tage in denen wir eintauchen durften in die Idylle von Bethlehem,
als wir angelacht wurden vom Gesang der Engel
und wir uns einreihten in den Gang der Hirten zum Kind,
wenige Tage also, nachdem die Weisen aus dem Orient dem Stern folgten
und ihre Gaben ablegten, holt der Alltag, die Wirklichkeit uns ein :
Die Begegnung des Johannes der Täufer und Jesu,
und das prophetische Wort :
»Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt«
Und dieses Wort ist das Programm Gottes
Jesus, das Lamm Gottes,
ausgeliefert den Menschen,
ausgeliefert den Mächtigen,
es geht nicht um das Bild eures Kampfstieres
und nicht um einen Löwen,
sondern um ein Lamm, in dem die Ohnmacht unseres Gottes sich offenbart.

Das Kind im Futtertrog,
das Lamm, das sich ausliefert und sich ausbeuten lässt,
Gott setzt der Gewalt der Mächtigen keine Gewalt entgegen,
sondern Hingabe, Liebe,
wir erleben, wie schon Kinder fanatisiert werden zu Gewalt,
wie die die Kreativität zum Bombenbauen entwickeln,
Nagelbomben gegenüber Spielzeug,
und manche möchten jetzt aufrüsten
und wir sehen die Botschaft des Johannes
vom Lamm Gottes,
das die Sünden der Welt hinwegnimmt.
Die Sünde der Welt ist die Gewalt der Täter,
ist die Korruption der Mächtigen,
ist die Selbstsucht der Gierigen,
die Sünde der Welt verhindert,
dass die Menschen in Frieden leben können,
der Sünde der Welt stehen die Menschen hilflos gegenüber.
Und wir glauben daran
dass unser christlicher Glaube Frieden schaffen kann und Heil bringt -
nicht Gewalt und nicht die Radikalisierung.

Gleich werden wir die Wohngruppe für jugendliche Flüchtlinge einweihen,
das bisherige Kloster der Patres des Deutschen Ordens wird den jugendlichen unbegleiteten Flüchtlingen Heimat gebe -
unmittelbar neben der Kirche Heilig Kreuz -
die jungen Leute haben Flucht und Verfolgung hinter sich,
sie sind dem Tod und dem Schrecken davongelaufen,
um irgendwo / um bei uns Sicherheit zu spüren -
junge Leute aus verschiedenen Religionen lernen,
dass das Kreuz friedensstiftend ist in Heilig Kreuz.
Wir vertrauen Ihnen die jungen Leute an -
Und bitten Sie um Ihre Patenschaft -
es wird auch Schwierigkeiten geben,
kein Mensch ist ein Engel,
die jungen Leute müssen das Leben in Deutschland lernen -

Dank an Pfarrer Kleene,
an die Gremien der Pfarrei,
an die Stadt Darmstadt,
an den Caritasverband Darmstadt,
es ist ein gemeinsames Projekt.

Papst Franziskus hat immer wieder auf die Not der Kinder
und Jugendlichen hingewiesen, die auf der Flucht Furchtbares erlebt haben
und denen wir nun Zuflucht geben.

Das Haus trägt den Namen »Werner Guballa-Haus«.
Es erinnert an den früheren Weihbischof, Generalvikar,
Pfarrer von St. Ludwig und dem Vorstand des Aufsichtsrates des Caritasverbandes Darmstadt,
Werner Guballa hat sich in der Stadt Darmstadt und im Bistum Mainz immer für die Not der Schwachen eingesetzt,
wir sind davon überzeugt,
dass er auch jetzt den jungen Menschen fürsprechend und segnend zur Seite steht.

 


 



© Dr. Robert Loew, 2018